
Die steirischen Landeshauptleute seit 1945 bis heute
Dr. h.c. Reinhard Machold: 8. 5. 1945 bis 28. 12. 1945
Reinhard Machold wurde 1879 in Bielitz (Schlesien) geboren. Da seiner Familie das Geld fehlte, konnte Reinhard Machold nicht studieren, er wurde Buchdrucker. Schon in jungen Jahren engagierte sich Machold in der Gewerkschaft, was ihn letztlich auch zwang, Schlesien zu verlassen. So kam Machold über Wien in die Steiermark, wo seine politische Laufbahn seinen Anfang nahm.
In Graz arbeitete Machold in der Universitätsdruckerei Styria und schon bald war er deren Gewerkschaftsobmann. 1911 wurde Machold von der sozialdemokratischen Partei in den Grazer Gemeinderat gewählt und von 1912-1914 war er Grazer Stadtrat. Nach dem ersten Weltkrieg, im Jahre 1919, wurde er Landesrat und übernahm das Sanitätsreferat, das er noch lange innehaben sollte. An der Spitze der sozialdemokratischen Partei arbeitete er an der Festlegung des Proporzsystems in der Landesverfassung im Jahre 1920 mit.
Als Direktor der Grazer Kreiskrankenkasse reorganisierte Machold das Krankenwesen und wurde 1925 zum Vorsitzenden der sozialdemokratischen Partei gewählt. Im Dezember 1930 wurde Machold zum LH-Stellvertreter von Univ.-Prof. Dr. Dienstleder bestellt und als solcher 1934 im Ständestaat fristlos entlassen. Doch im Mai 1945 initiierte er das Erstellen einer provisorischen Landesregierung mit Vertretern von SPÖ, ÖVP und KPÖ, deren provisorischer Landeshauptmann Richard Machold wurde. Dieser wurde sowohl von den sowjetischen Besetzern als auch von den nachfolgenden Briten anerkannt. Am 25. November 1945 konnte endlich eine definitive steirische Landesregierung bestellt werden, die aus der Koalition der stimmenstärksten ÖVP und der SPÖ bestand. Als Spitzenkandidat der SPÖ wurde Machold noch einmal der erste LH-Stellvertreter, dessen Aufgabe u.a. die Übernahme des Sanitätsreferates war.
In der Zweiten Republik konnte Machold seinem Anliegen der Humanisierung und Demokratisierung Rechnung tragen und die Sicherung der Vollbeschäftigung verfolgen. Ihm war die wirschaftliche Entwicklung genauso wichtig wie die Bildung, Forschung und Wissenschaft. Reinhard Machold war bis zum 25. April 1960 Landesparteivorsitzender der SPÖ Steiermark und wurde im Jahre 1953 wegen seiner Verdienste um die Landeshauptstadt von der Steiermark zum Ehrenbürger von Graz ernannt. " ... die Steiermärkische Landesregierung wird diesem Mann, der ein Vorbild der Pflichterfüllung und Leistung war, stets ein ehrendes Andenken bewahren."
(Zusammengefasst und teilweise direkt entnommen aus: "Die Landeshauptleute der Steiermark" von Ableitner, Hösele, Mantl:2000)
Anton Pirchegger: 28. 12. 1945 bis 6. 7. 1948
Den Höhepunkt seiner politischen Karriere erlebte Pirchegger mit der klaren Mandatsüberlegenheit der ÖVP bei den ersten Nationalrats- und Landtagswahlen nach dem Zweiten Weltkrieg im November 1945. Da der Bauernbund 3 von den 5 ÖVP-Mandaten inne hatte, wurde beschlossen, dass auch der Bauernbund den Landeshauptmann stellen sollte. Pirchegger selbst war jedoch nicht begeistert davon, eine Führungsrolle auszuüben, nahm letztlich aber unter großem Beifall das Amt des Landeshauptmanns an und erhielt zudem die Referate Schule und Kunst. Pircheggers Arbeit in der Burg war jedoch sehr durch seine angeschlagene Gesundheit beeinflusst.
Als Pragamtiker lagen ihm Demagogie wie auch visionäres Denken fern und er wurde daher folgend vom damaligen SPÖ-Abgeordneten und Grazer Bürgermeister Dr. Speck charakterisiert: "Der Landeshauptmann, den die ÖVP präsentiert, gehört dem Bauernstand an und ist bekannt als Demokrat. Wir vertrauen ihm und sind überzeugt, dass er nicht vom Wege der Verfassung abweichen wird." Sein Regierungsprogramm umfasste einen Appell an die Bauernschaft zum vollen Einsatz ihrer Kräfte, den Wiederaufbau des Landes, die Sicherung von Arbeitsplätzen, die Obsorge für Kriegsgeschädigte beider Weltkriege, den Ausbau des Genossenschaftswesens, die Beseitigung des geistigen und sittlichen Trümmerhaufens, die Entnazifizierung und die Wiedergutmachung. "Tut mehr, als ihr müsst!" waren die Worte Pircheggers an das steirische Volk. Das gute und vertrauensvolle Verhältnis zwischen dem Landeshauptmann und der britischen Militärregierung verhalf dem Landtag und der Landesregierung zu deutlich mehr Autonomie.
Die furchtbare Vergangenheit der Steiermark verhinderte vorerst einen raschen Aufschwung der Wirtschaft. Dies schlug sich in der Stimmung der gesamten ÖVP nieder und Pirchegger war immer öfter wegen seiner Krankheit von der Regierung und ihren Geschäften abwesend, was seinem Einfluss schadete. Nach seiner krankheitsbedingten Demissionierung als Landeshauptmann am 16. Oktober 1947 übertrug er zu Beginn des Jahres 1948 zudem das Ernährungsreferat an Josef Krainer. Machold, als LH-Stellvertreter, übernahm den Vorsitz der Landesregierung bis zum 6. Juli 1948, dem Tag an dem Josef Krainer zum Landeshauptmann gewählt wurde. Er war es auch, der Anton Pirchegger bat, Obmann des Bauernbundes zu bleiben - was er bis zum 1. März 1949, dem Tag seines Todes, blieb.
(Zusammengefasst und teilweise direkt entnommen aus: "Die Landeshauptleute der Steiermark" von Ableitner, Hösele, Mantl:2000)
Ökonomierat Josef Krainer sen.: 6. 7. 1948 bis 28. 11. 1971
Für ihn war Politik etwas Konkretes - Politik bestimmte den Alltag und diesen begann er schon in jungen Jahren mitzugestalten. Er trat mit 18 Jahren in die Christlich-soziale Partei ein. Als mittlerweile schon Forstarbeiter wurde er Obmann des Verbandes der christlichen Land- und Forstarbeiter, den er drei Jahre davor gegründet hatte. 1927 übersiedelt Josef Krainer aus Kobenz nach Graz, wo er Landessekretär der christlichen Arbeiter und Angestellten in der Land- und Forstwirtschaft wurde. Als 1934 der Bürgerkrieg in Österreich ausbrach und die sozialdemokratische Partei verboten wurde, fand der Jungpolitiker Krainer Aufgaben im autoritären Ständestaat. 2 Jahre später war Krainer ein politisch verfolgter Privatmann. Während des Krieges lebte er ein eher eingeschränktes Leben und tauchte kurz vor Kriegsende bei einem Bauern unter, um nicht wieder verhaftet zu werden. Nach Kriegsende half Krainer als Landesrat bei der Lösung des zerstörten, Not leidenden und fünffach besetzten Steirerlandes.
Als Josef Krainer am 6. Juli 1948 Landeshauptmann der Steiermark wurde, hatte sich Österreich zu einem Wirtschaftswunderland entwickelt. Die Steirische ÖVP wurde zu einer staatstragenden Partei der Mitte und Josef Krainer behauptete "Landeshauptmann aller Steirer" zu sein, was aus seiner konservativen Gleichsetzung von Partei mit Volk und Heimat folgte. Weiters war Krainer ein parteipolitischer Pragmatiker, der, wenn es um Betriebe in der "Grünen Mark" ging, die damals auch noch eine "eherne" war, sich als ein strukturkonservativer Landesvater erwies, der erbittert um jeden Arbeitsplatz kämpfte. Die in Wien eher unbeliebten Steirer waren aber durch Krainer dort sehr präsent. Als bei den Bundespräsidentenwahlen im Jahre 1951 der SPÖ-Kandidat Theodor Körner den Sieg davontrug, war es Josef Krainer, zusammen mit Alfons Gorbach und Karl Brunner, der Figls Koalitionskurs stark kritisierte. Als es 1970 zur Großen Koalition kam, bezeichnete der Steirische Landeshauptmann diese als "Krepierhalfter" der ÖVP: Krainer sah immer die Verantwortung für Österreich in der eigenständigen steirischen Politik und in der Präsenz profilierter Vertreter der Steiermark in Wien.
Ein weiteres Charakteristikum von Krainer war seine - im Gegensatz zu Bundeskanzler Kreisky - positive Haltung zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), da er behauptete, dass "Österreich nicht in der Neutralität verhungern dürfe". Somit wurde Krainer ein bedeutender Mitstreiter in Sachen EWG.
Krainer hatte seinen eigenen scharfsinnigen und loyalen politischen Stil und war gleichzeitig ein sehr volksverbundener Politiker. Er wollte gestalten, formen und verändern. Seine erfolgreiche Politikerkarriere wurden oft auf "sein gebildetes Gewissen und seine unverbildete Intelligenz" zurückgeführt. In seinen Reden wiederholte er die Begriffe Verantwortung, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Wahrheit. Er schaffte es, den Eindruck zu vermitteln, dass Reden und Handeln nicht Gegensätze, sondern eine Einheit seien. Als echter Konservativer war Krainer realitätsbewusst und ideologieskeptisch.
Josef Krainer sen. war Politiker in einer "Schwellenzeit": Aufgeschlossen dem Neuen gegenüber, das sich in unbestimmten Konturen herausformte, aber tief geprägt von einer Politikvorstellung, die heute weitgehend in Vergessenheit geraten ist. "Eine Funktion der Politik sei es, nicht allen alles zu geben und zu allem ja zu sagen: Bei nicht erfüllbaren Wünschen sei ein redliches Nein ... ein Teil der notwendigen Wahrheit in der Politik."
(Zusammengefasst und teilweise direkt entnommen aus: "Die Landeshauptleute der Steiermark" von Ableitner, Hösele, Mantl:2000)
Dr. Friedrich Niederl: 8. 12. 1971 bis 3. 7. 1980
Niederl wurde am 15. Juli 1920 als lediges Kind im obersteirischen Bezirk Liezen geboren. Nachdem er als Landarbeiter in Lassing sein Geld verdiente, zog er 1936 aus Wissensbegierde nach Graz, wo er dann tatsächlich in der Abendschule die Handelsakademie mit der Externisten-Reifeprüfung abschloss. Am 1. Augutst 1940 wurde er zur Deutschen Wehrmacht eingezogen und kam erst 1945 aus amerikanischer Kriegsgefangenschaft zu seiner Frau zurück. Erst dann fing Niederl an, sich politisch zu interessieren und zu engagieren. Und so wurde er Stadtparteiobmann der Liezener Volkspartei, aber auch Obmann des ÖAAB-Liezen sowie Gemeinderat in der Stadtgemeinde Liezen. Im Jahre 1948 begann Niederl sein Jusstudium an der Grazer Universität, neben dem er noch am Wochenende in der Bezirkshauptmannschaft Liezen arbeitete, und das er 1951 erfolgreich abschloss. 1960 wurde Niederl als Bezirkshauptmann nach Feldbach berufen, in eine ÖVP-Kernregion. 1965 übernahm auf Krainers Wunsch hin das Amt des Agrar- und Wohnbaulandesrates und fünf Jahre später wurde nicht wie vorgesehen Franz Wegart, sondern Friedrich Niederl LH-Stellvertreter.
Nach dem überraschenden Tod von Josef Krainer stimmte Niederl nach langem Zureden der Parteimitglieder der Kandidatur zum Landeshauptmann zu und wurde am 10. Dezember 1971 gewählt. Franz Wegart wurde sein Stellvertreter und Dr. Josef Krainer Agrar- und Bautenlandesrat. Im Herbst 1972 präsentierte Niederl das "Modell Steiermark", das Konzeptionen und Vorschläge von der Arbeitsplatzpolitik bis zum Sozialen, von der Umwelt- bis zur Kulturpolitik enthielt. Dieses "Modell Steiermark" ist das bis heute konsequenteste landespolitische Langzeitprogramm eines österreichischen Bundeslandes, das sogar über das Jahr 2000 fortgeschrieben wurde.
Am 20. Oktober 1974 erzielte die Steirische Volkspartei das beste Wahlergebnis aller Zeiten mit Friedrich Niederl. Niederls Ära war auch durch die Bestellung von vielen neuen Gesetzen, wie das Raumordnungsgesetz, das moderne Naturschutzgesetz etc., geprägt. Weiters war ihm die Kulturarbeit in den Gemeinden ein großes Anliegen. Unter ihm wurde auch das Festival des "steirischen herbstes" gefördert, die Straßenverkehrs-Infrastruktur wurde von Niederl und Dr. Krainer gleichermaßen forciert. Beispiele dafür sind der Ausbau der Pyhrn- und der Südautobahn sowie die Verkehrsfreigabe des Gleinalmtunnels.
1978 wurde Niederl erneut zum Landeshauptmann gewählt und hatte ein neues Motto für seine Landesregierung - nämlich "Arbeit und Arbeitsplatz". Mit diesem bewussten Bekenntnis zur Einheit der steirischen Wirtschaft und dem massiven Eintreten für die Verstaatlichte, konnte die Volkspartei einen großen Kompetenz- und Sympathiebonus aufbauen. Im Jahre 1980, 9 Jahre nach dem Amtsantritt als Landeshauptmann, trat Friedrich Niederl - nach seinen Worten - aus der Berufung, die durch den Wähler erfolgt, aus eigenen Stücken zurück und übernahm die Obmannschaft der Raiffeisen Zentralkasse.
Ein Resümee: Zwei Wahlen nicht nur gewonnen, sondern die Mehrheit für die ÖVP gehalten bzw. alle Rekorde seines legendären Vorgängers übertroffen - Niederl hat die Steiermark sicher durch eine politisch und wirtschaftlich schwierige Phase geführt.
(Zusammengefasst und teilweise direkt entnommen aus: "Die Landeshauptleute der Steiermark" von Ableitner, Hösele, Mantl:2000)
Dr. Josef Krainer: 4. 7. 1980 - 23. 01. 1996
Diese Auslandserfahrung, Sprach- und Weltgewandtheit prägte Krainers intellektuelle Liberalität und ausdauernde Kraft. All diese Erfahrungen änderten nichts an seiner Verwurzelung in den bäuerlichen Traditionen seiner Familie und in der Steiermark sowie im österreichischen Heimatland. Seine offene und zugleich tiefe postkonziliare Katholizität resultierte aus einer von religiöser Gesinnung gestützten hoffnungsvollen Verantwortungsethik, die ganz typisch für seine Generation ist. Von 1956 bis 1962 war Josef Krainer jun. Generalsekretär der Katholischen Aktion in der Steiermark. Danach machte die Tätigkeit als Universitätsassistent an der Universität Graz eine akademische Karriere durchaus möglich. Krainer hingegen entschied sich damals für die Politik, in der er fast 30 Jahre seiner Heimat Steiermark diente, da eines seiner Mottos folgend lautete: "Ein Landeshauptmann für alle Steirer sein!".
Nach seiner Tätigkeit beim Steirischen Bauernbund wurde Josef Krainer unter Landeshauptmann Friedrich Niederl zum Landesrat für Agrar- und Baufragen gewählt. Weiters wurde er 1972 geschäftsführender Landesparteiobmann der Steirischen Volkspartei. Am 4. Juli 1980 erfolgte schließlich vom Steiermärkischen Landtag Josef Krainers einstimmige Wahl zum Landeshauptmann. Dasselbe geschah in den Jahren 1981, 1986 und 1991. Sein Amtsantritt war der Beginn eines neuen Stils und neuer Inhalte. Schwerpunkte waren die schwierige Wirtschaftspolitik, die Verfassungspolitik, das Fortführen der steirischen Kulturpolitik und die Forcierung der regionalen Aussenpolitik.
Dr. Josef Krainer setzte sich für eine Weiterentwicklung der steirischen Landesverfassung ein, da er - als Nationalökonom - wusste, wie wichtig adäquate rechtliche Rahmenbedingungen des politischen und wirtschaftlichen Prozesses sind. Die Schaffung des ersten Rechnungshofes in einem österreichischen Bundesland war ein signifikanter Schritt der Reform der Landesverfassung. Die Kultur betreffend wurde die Steiermark unter Dr. Josef Krainer zum größten aktiven Zentrum Österreichs außerhalb von Wien. Univ.-Prof. Hanns Koren konnte als die kulturelle Klammer zwischen Josef Krainer sen., Friedrich Niederl und Josef Krainer jun. gesehen werden. Seine kulturpolitischen Leistungen reichten von der Errichtung des Freilichtmuseums Stübing über die Rettung und Erhaltung bäuerlicher Tradition und Kultur bis zum Avantgardefestival "steirischer herbst". Nikolaus Harnoncourt initiierte nach Korens Tod das heute noch viel besuchte Kulturfestival "Styriarte".
Die steirische Außenpolitik betraf nicht nur Nachbarschaftspolitik, sondern auch bewusste Teilnahme an der europäischen Integration - man erinnere sich an das Jahr 1992 und die damalige Anerkennung der ehemaligen jugoslawischen Teilrepubliken Kroatien und Slowenien als unabhängige Staaten - wie auch Krainers persönlicher Einsatz für die Dritte Welt.
Dr. Josef Krainer war ein Vollblutpolitiker, der immer bemüht war, die Steiermark und die Steirer in den Zeitenbrüchen zu begleiten und sich dabei die "discretio" - die Kraft der Unterscheidung - zu bewahren.
(Zusammengefasst und teilweise direkt entnommen aus: "Die Landeshauptleute der Steiermark" von Ableitner, Hösele, Mantl:2000)
Waltraud Klasnic: 23. 1. 1996 - 25. 10. 2005
Ihre "politische Karriere" begann mit Klasnics Engagement in der Österreichischen Frauenbewegung ab dem Jahre 1970, wo sie in Edda Egger, der damaligen Bundesleiterin der Bewegung, eine gute Lehrerin und ein Vorbild fand. Schon 1974 wurde Klasnic zur Landesleiterin und 1993 zur Bundesleiterin der Katastrophenhilfe österreichischer Frauen gewählt. Von 1990-1997 leitete Waltraud Klasnic die Landesgruppe Steiermark des Österreichischen Wirtschaftsbundes und war von 1993-1997 Vizepräsidentin dieser Gruppe, die eine wichtige Teilorganisation der ÖVP ist. Seit 9. März 1996 steht Waltraud Klasnic an der Spitze der Steirischen Volkspartei. Ihr erstes politisches Mandat, dem noch mehrere folgten, bekam sie als Gemeinderätin ihrer Heimatgemeinde Weinitzen im Jahre 1970. Von Oktober 1993 bis Jänner 1996 bekleidete Klasnic das Amt des ersten LH-Stellvertreters der Steiermark. Am 23. Jänner 1996 wurde Waltraud Klasnic vom Landtag zum ersten weibliche Landeshauptmann der Steiermark und Österreichs gewählt. Das Motto von Klasnic lautete: "Miteinander für die Zukunft". Klasnic sieht die Wählerinnen und Wähler als Stimmengeber oder -verweigerer und auch als wichtige Mitgestalter der Politik mit Eigenverantwortung.
"... Ich werde mich deshalb ganz besonders darum bemühen, da zu sein, für die Menschen in unserem Land angreifbar zu sein, offen zu sein für Ideen und Probleme, die Anliegen der Bevölkerung wirklich wahrzunehmen, heiße Eisen nicht wegzuschieben, sondern anzugreifen. Nicht große Worte machen. Ich habe zu arbeiten gelernt und ich arbeite gerne. Es geht mir um die Aufrichtigkeit, um Verständnis, Geduld, um Herz und um einen anderen Ton in der Politik. Es ist nicht immer wichtig, wer welchen Vorschlag gemacht hat, sondern wie gut er ist. Und was das Bessere für unser Land ist, das wollen wir tun." Das sind die eigenen Worte von Klasnic, die ihren neuen politischen Stil, ihre Erfahrungen und ihre Volksnähe beschreiben. Klasnic charakterisierte die Zukunftsperspektiven durch fünf Schwerpunkte: das Thema Arbeit, Familie, Bildung, Gesundheit und Kultur.
Stichworte, die die Amtszeit von der einzigartigen Persönlichkeit Klasnic begleiteten, sind: die Tragödie Lassing, der Automobilcluster, das Forum Alpbach, die Initiative "Arbeit schaffen", Modernisierungsprogramme der steirischen Berufsschulen, Bildungsscheck, eine flächendeckende Kinderbetreuung, das Forum Steiermark und vieles mehr.
Die Amtszeit von Waltraut Klasnic endete am 25. Oktober 2005.
(Zusammengefasst und teilweise direkt entnommen aus: "Die Landeshauptleute der Steiermark" von Ableitner, Hösele, Mantl:2000)
Mag. Franz Voves: seit 25. 10. 2005
Vater Arbeiter, Mutter Hausfrau, drei Geschwister (zwei Brüder, eine Schwester).
Verheiratet in zweiter Ehe, eine Tochter (geboren 1978) aus erster Ehe. Aus erster Ehe der Gattin einen Sohn (geboren 1981).
Die sportliche Karriere:
75-facher Nationalteamspieler 1967 - 1977.
Eishockeyspieler in der Kampfmannschaft des ATSE Graz (Mittelstürmer), österreichischer Staatsmeister 1975,
1970 - 1977 Mitglied der österreichischen Nationalmannschaft, Teilnahme an 7 Weltmeisterschaften und an den olympischen Spielen 1976 (Innsbruck).
Von 1995 - 2003 Präsident des ASKÖ-Landesverbandes mit 570 Mitgliedsvereinen in der Steiermark und bis 2005 Vizepräsident der ASKÖ-Bundesorganisation.
Die berufliche Karriere:
1972 - 1978 Studium der Sozial- und Wirtschaftswissenschaften,
1978 Berufsanwärter in einem Grazer Steuerbüro,
1979 in der Merkur Versicherung AG.
1986 - 1989 Prokurist,
1989 bis März 2002 Vorstandsmitglied, zuständig für den Finanzbereich.
Die politische Karriere:
Seit 1995 kooptiertes Mitglied des Landesparteivorstandes der SPÖ Steiermark.
Am 2. März 2002 zum SPÖ-Landesparteivorsitzenden und am 12. März zum Ersten Landeshauptmann-Stellvertreter der Steiermark gewählt.
Seit 25.10.2005 Landeshauptmann der Steiermark.








